Krampus

Krampus: Pelz und Puderzucker

Nach einem sehr alten alpenländischen Brauch verkleiden sich jedes Jahr im Dezember junge, betrunkene Männer mit zotteligen Fellmänteln, geschnitzten Masken und Teufelshörnern. Sie wüten in Gruppen durch die Straßen österreichischer Dörfer, erschrecken mit rasselnden Ketten, Kuhglocken und Ruten Kinder – und krallen sich junge Frauen. Doch der schöne alte Brauch ist in Gefahr: Bunt, glitzernd und schrill gekleidet fallen Gender-Verschwörer*innen und Feminist*innen ein und erobern tanzend die »Heimat«. Mit Regenbogenfahnen und Transparenten in den Händen schreien sie ihre absurden Forderungen nach sexueller Selbstbestimmung und Aufklärung, Abtreibungsrecht und gleichgeschlechtlicher Ehe in die Welt. Doch die Krampusse alten Schlags setzen sich zur Wehr, um das gemütliche, behagliche Innen, die »Heimat«, gegen das Chaos außen abzuschirmen. Isabella Sedlak und Ensemble geben keine Ruhe und nehmen den konservativen »Burschen« nach der toxischen Männlichkeit auch noch ihren Krampus weg. Sie choreografieren einen Perspektivwechsel, in dem der Krampus nicht als fremdenfeindlicher Patriot auf Frauenjagd geht, sondern als Kuschelmonster rechtsextremen Hass und populistische Propaganda demontiert – und das behagliche Heimatkonzept durcheinander bringt.

 

Von
Isabella Sedlak und Ensemble

Team

Choreografie

Dramaturgie

Besetzung

Maryam Abu Khaled

Benny Claessens

Orit Nahmias

Vidina Popov