Gorki Stream Schwarzer Block
Verfügbar am 28/Oktober + 4/November 19:30 Uhr für 24h

Schwarzer Block

Text Kevin Rittberger | Regie Sebastian Nübling

 

Schwarzer Block von Kevin Rittberger ist ein Stück über Antifaschismus als Sisyphos-Projekt, über 100 Jahre Geschichte linker Militanz als Versuch, den Naziterror zu verhindern, über den Widerspruch von Emanzipation und Gruppe. Als Protagonist*in für Theater scheint der Schwarze Block nicht besonders geeignet: Er ist ein Warnsystem auf prekärem Posten und will nicht erkannt sondern gehört werden, er gibt keine Interviews und der angeregte Dialog ist nicht in erster Linie seine Kommunikationsform. Doch weil der Block kein Block ist, sondern eine sich selbst befragende Formierung von Widerstand, drängt er hier auf eine Bühne, eine Bewegung im Raum, die Konflikte aufbrechen lässt. 

Kevin Rittberger hat anderthalb Jahre lang die Geschichte des antifaschistischen Kampfes in Deutschland recherchiert, Archive gesichtet, Interviews geführt, Aktivist*innen getroffen und sich durch Neonazi-»Literatur« gequält. Aus dem Material ist ein mehrstimmiges dramatisches Gedicht entstanden, in dem die Geister der antifaschistischen Geschichte ihre Enterhaken in die Gegenwart werfen und andersrum. Mit 14 Schauspieler*innen sucht Sebastian Nübling nach dem »Wir« auf Abstand im Container und auf der Großen Bühne des Gorki. Gemeinsam stellen sie sich der Herausforderung, politische Aktion in den abstrakten Theaterraum zu übertragen.

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Auf dringeblieben.de

Uraufführung: 5. September 2020

Foto: Ute Langkafel

Gorki Stream Berlin Oranienplatz
Verfügbar am 11/November ab 19:30 Uhr für 24h

Berlin Oranienplatz

Text und Regie HAKAN SAVAŞ MİCAN

Der letzte Tag des Sommers in Berlin. Morgengrauen. Can, angelehnt an sein Auto, raucht eine Zigarette und beobachtet gedankenverloren die JVA Tegel. Er ist so alt wie sein Oldtimer, ein Mercedes 230E, Baujahr 1982. 

Can, das Kind von Arbeitereltern aus Kreuzberg, hat mit Fälschungen von Designerkleidung und Markenuhren das große Geld gemacht. Eigentlich müsste er jetzt den Preis dafür zahlen. Aber er ist nicht der Typ dazu und will am nächsten Morgen, statt für fünf Jahre ins Gefängnis, nach Istanbul gehen. Abhauen, für immer.

Berlin Oranienplatz erzählt den letzten Tag eines jungen Mannes in Berlin. Menschen und Orte werden noch einmal besucht, die Can fast vergessen hat, die ihn fast vergessen haben. Die Strassen Berlins, Cans Eltern, seine Ex-Freundin, eine Hinterhofmoschee, ein Jazzclub... Can wird sich von seinem Berlin verabschieden, das ihn zu dem gemacht hat, was er ist. Doch haben sich die Stadt, wie er selbst längst weit voneinander entfernt.

90 Jahre nach dem Erscheinen Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz schreibt Hakan Savaş Mican mit Berlin Oranienplatz eine neue Geschichte über das zeitgenössische Berlin. Er erzählt,wie in seiner letzten Inszenierung Die Nacht von Lissabon, mit poetischen Videobildern und Live-Musik von verpassten Chancen und dem Versuch, herauszufinden, welches Leben das Original und welches die Kopie eines anderen ist.

Berlin Oranienplatz ist der erste Teil einer Trilogie, die mit Kleistpark und Richardplatz fortgesetzt wird.

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Auf dringeblieben.de

Uraufführung: 28/August 2020

Foto: Ute Langkafel