Pressebrief 26/Januar


Maxim Gorki Theater im Februar: Uraufführung von DIE ZWILLINGE von Lamin Leroy Gibba in der Regie von Joana Tischkau +++ Berlin-Trilogie von Hakan Savaş Mican +++ Videoinstallation SHISHA BAR von Ülkü Süngün u.v.m.

die erste und auch einzige Uraufführung im Gorki-Februar wird im Studio Я stattfinden. So zeigen wir dort am 7/Februar um 20:30, in der Regie von Joana Tischkau, erstmals Lamin Leroy Gibbas neustes Stück: DIE ZWILLINGE. Der eine Zwilling ist schwarz, der andere weiß. Als der eine den anderen tötet, stürzt sich die Presse auf den Fall. Eine Drehbuchautorin möchte diese Geschichte erzählen. Aber je genauer sie hinsieht, desto weniger versteht sie, was passiert ist und weiter passiert. Autor Lamin Leroy Gibba wird eine der Hauptrollen spielen; außerdem stehen Sisi Bo’wale, Niels Bormann, Yanina Cerón und Ruby Commey auf der Studio-Bühne. Die Vorstellungen von Die Zwillinge am 8/ und 20/Februar finden – genau wie die Vorstellung von blues in schwarz weiss am 28/Februar – im Rahmen des Black Her*His*Story Month statt.

Zentral für das Februarprogramm ist die Berlin-Trilogie von Hakan Savaş Mican, die vom 26/ bis 28/Februar zum ersten und einzigen Mal vollständig gezeigt wird. Ergänzt wird diese um die Buchpremiere von Micans Stücksammlung HERKUNFT UND KLASSE am 27/Februar sowie einer TRILOGIE-PARTY am 28/Februar, als krönendem Wochenendabschluss. Anders als Micans neuste Produktion BERLIN KARL-MARX-PLATZ, die wir noch bis Juni im Repertoire zeigen, werden BERLIN ORANIENPLATZ und BERLIN KLEISTPARK im Rahmen des Trilogie-Wochenendes zum letzten Mal zu sehen sein. Micans Berlin-Trilogie ist eines der großen Werke des postmigrantischen Theaters und damit von besonderer Bedeutung für die bald zu Ende gehende Intendanz von Shermin Langhoff.

Zwischen dem 17/ und 22/Februar zeigen wir im Studiofoyer, bei freiem Eintritt, noch einmal die Videoinstallation SHISHA BAR von Ülkü Süngün, die schon im Rahmen des 7. Berliner Herbstsalon ЯE:IMAGINE: THE RED HOUSE zu sehen war. Angehörige, Überlebende, Aktivist*innen und Expert*innen sprechen über die rechtsterroristischen Anschläge vom 19. Februar 2020 in Hanau. In Gedenkan an Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov sowie dem am 10. Januar 2026, sechs Jahre nach dem rassistischen Anschlag an den Spätfolgen verstorbenen Ibrahim Akkuş.
#saytheirnames

Im Gorki Kiosk ist bei ebenfalls freiem Eintritt noch bis zum 15/März weiter zu sehen: DAS ROTE HAUS: STRESEMANNSTRASSE 30 – EINE INVENTUR. Die Recherche-Ausstellung rund um das frühere Frauenwohnheim der Firma Telefunken – mit Kunstwerken von Emine Sevgi Özdamar, Filiz Taşkın, Melek Konukman-Tulgan, Serpil Yeter und weiteren.

Das gesamte Februar-Programm finden Sie unter www.gorki.de


Beste Grüße und bis bald im Gorki!


Elisa Thorwarth (Pressereferentin und Stellv. Leitung Kommunikation Gorki)
Nino Medas (Pressesprecher und Leitung Kommunikation Gorki)

Presse 
Maxim Gorki Theater Berlin
Am Festungsgraben 2
10117 Berlin
Tel. 030 - 20221 355 / 392
presse@gorki.de
www.gorki.de  


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Highlights im Februar

Uraufführung
7/Februar 20:30, Studio Я
DIE ZWILLINGE
Im Rahmen von Black Her*His*Story Month


Von Lamin Leroy Gibba Regie Joana Tischkau

Bühne Lea Steinhilber Kostüme Nadine Bakota Sounddesign Frieder Blume Komposition Frieder Blume Lichtdesign Daniel Krawietz Dramaturgie Murat Dikenci, Ellias Hampe

Mit Sisi Bo’wale, Niels Bormann, Yanina Cerón, Ruby Commey, Lamin Leroy Gibba


Zwillinge – der eine Schwarz, der andere weiß gelesen. Als der eine Bruder den anderen tötet, entfacht die Tat ein vielstimmiges mediales Echo. Eine Drehbuchautorin sieht darin eine Allegorie auf strukturelle Gewalt und beginnt einen Film über die Zwillinge zu schreiben. Doch je tiefer sie in den Fall eintaucht, desto mehr verheddert sie sich in ihrem eigenen Anspruch, aus dem Geschehenen eine Geschichte zu machen und dabei »das große Ganze« offenzulegen. Die Zwillinge von Lamin Leroy Gibba entfaltet sich wie ein Panoptikum, eine Matrjoschka aus Stimmen, ein Fahrgeschäft, das nie anhält. Das Stück untersucht die fragilen Grenzen zwischen Wahrnehmung und Projektion, zwischen Deutungshoheit und Kontrollverlust. Die Figuren sind gefangen im Flackern von Wahrheit und Fiktion, tasten sich unter Beobachtung stehend auf der Suche nach einem Selbstbild voran, das nicht selten verrutscht. Nach ihrer Mitarbeit an 1000 Serpentinen Angst kehrt Joana Tischkau als Regisseurin ans Gorki zurück. Zum ersten Mal führt sie im Studio Regie, mit dem Autor Lamin Leroy Gibba selbst in einer der Hauptrollen.

Weitere Vorstellungen:
8/Februar 19:00, Studio Я
20/Februar 20:30, Studio Я

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28/Februar, 20:30, Studio Я
blues in schwarz weiss
Im Rahmen von Black Her*His*Story Month


Von May Ayim Regie Lamin Leroy Gibba

Bühne Joan Ling-Li Nesbit-Chang Kostüme Mathieu Amadou Sounddesign MINQ Lichtdesign Daniel Krawietz Dramaturgie Murat Dikenci


Mit Benita Bailey, Ruby Commey

In dem vor ihrem Tod veröffentlichten Gedichtband blues in schwarz weiss findet May Ayim eine knappe poetische Sprache, in der sie Erlebnisse aus ihrer Kindheit, ihre Sehnsucht nach Liebe und Verbindung, sowie ihre Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung verarbeitet.

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Buchpremiere
27/Februar, 21:30, Bühne
HERKUNFT UND KLASSE

Von Hakan Savaş Mican Moderation Dinçer Güçyeter

Für den Autor und Regisseur Hakan Savaş Mican begann mit seinem ersten Stück Der Besuch 2008 am Ballhaus Naunynstraße eine Theaterreise, die das postmigrantische Theater entscheidend mitprägte. In den vergangenen achtzehn Jahren entstand ein Werk, das persönlich und politisch zugleich ist. Micans Texte erscheinen ab Februar in einem Buch, als poetische Chronik der Stadt Berlin und des postmigrantischen Theaters von 2008 bis 2026. Der Sammelband wird im Rahmen des Trilogie-Wochenendes auf der großen Bühne präsentiert. Moderiert von Dinçer Güçyeter, dessen Unser Deutschlandmärchen von Hakan Savaş Mican für das Gorki inszeniert wurde, treffen mit Mican und Güçyeter zwei Künstler mit »Arbeiterkind-Biografie« aufeinander und diskutieren über eine der zentralen Fragen in Micans Stücken: Herkunft und Klasse. Gemeinsam mit Gästen liest Mican Passagen aus seinen Stücken und der Musiker Daniel Kahn begleitet den Abend.

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Berlin-Trilogie

Derniere

26/Februar, 19:30, Bühne
BERLIN ORANIENPLATZ

Text und Regie Hakan Savaş Mican

Musikalische Leitung Jörg Gollasch Video Mikko Gaestel Bühne Alissa Kolbusch Kostüme Sylvia Rieger Livemusik Lukas Fröhlich, Peer Neumann, Lizzy Scharnofske, Natalie Plöger Lichtdesign Marco Vitale Dramaturgie Irina Szodruch, Holger Kuhla

Mit Emre Aksızoğlu, Anastasia Gubareva, Sema Poyraz, Taner Şahintürk, Falilou Seck, Tim Seyfi, Sesede Terziyan

Haft oder Flucht? Can verabschiedet sich von seiner Stadt, die ihn zu dem gemacht hat, was er ist. Eine Hommage an das zeitgenössische Berlin.



Derniere
27/Februar, 19:00, Bühne
BERLIN KLEISTPARK

Text und Regie Hakan Savaş Mican

Bühne Alissa Kolbusch Musik Jörg Gollasch, Lukas Fröhlich, Peer Neumann, Natalie Plöger, Lizzy Scharnofske Video Mikko Gaestel Kostüme Miriam Marto Livemusik Lukas Fröhlich, Peer Neumann, Natalie Plöger, Lizzy Scharnofske Lichtdesign Arndt Sellentin Dramaturgie Yunus Ersoy, Holger Kuhla

Mit Sema Poyraz, Abak Safaei-Rad, Taner Şahintürk, Falilou Seck, Çiğdem Teke, Sesede Terziyan, Mehmet Yilmaz

Der Versuch einer Liebe frei von Müttern, Vätern, familiären Wunden und die Suche einer unentschlossenen Generation nach Vertrauen.



28/Februar, 19:30, Bühne
BERLIN KARL-MARX-PLATZ
Anschließend Trilogie-Party in der Kantine


Text und Regie Hakan Savaş Mican

Bühne Alissa Kolbusch Kostüme Miriam Marto, Sylvia Rieger Musikalische Leitung und Komposition Peer Neumann Livemusik Peer Neumann, Kristina Koropecki, Isabelle Klemt, Dima Dawood, Ömer-Kaan Özdağ, Ceren Bozkurt, Cham Saloum Lichtdesign Carsten Sander Video Sebastian Lempe Illustration Steffi Stagge Tanzcoach Sabrina Hawemann Dramaturgie Holger Kuhla

Mit Sesede Terziyan, Taner Şahintürk, Falilou Seck, Anastasia Gubareva

Berlin Karl-Marx-Platz erzählt eine Geschichte über die Liebe im Taumel der 90er, über Aufbruch, Geld und das flüchtige aufleuchten echter Freiheit, in einer Zeit, in der fast alles verloren ging und doch alles möglich war.

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Videoinstallation
17/–22/ Februar, 16:00, Studiofoyer im Studio Я
SHISHA BAR

Von Ülkü Süngün

In Gedenkan an Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov und Ibrahim Akkuş
#saytheirnames

In Ülkü Süngüns Installation Shisha Bar, die bereits während des 7. Berliner Herbstsalons zu sehen war, berichten Angehörige, Überlebende, Aktivist*innen und Expert*innen in Videointerviews von dem rechtsterroristischen Anschlag und seinen Folgen. Vom 17–22/Februar ist die Installation erneut im Foyer des Studio zu sehen. Am Sonntag, den 22/Februar lädt die Künstlerin zum gemeinsamen Zusammenkommen und Gedenken bei einer Shisha und Çay ein.

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Ausstellung

16/Januar–15/März,
Freitag bis Sonntag 14:00–20:00, Gorki Kiosk

DAS ROTE HAUS: STRESEMANNSTRASSE 30 – EINE INVENTUR

Ein Projekt von Shermin Langhoff und Theater findet Stadt e. V. in Zusammenarbeit mit Hülya Karcı, Erden Kosova, Tunçay Kulaoğlu, Maral Müdok, Mürtüz Yolcu und vielen weiteren Beteiligten Protagonist*innen. Ein Epilog zum 7. Berliner Herbstsalon

Zwischen 1964 und 1969 lebten fast 200 junge Frauen aus der Türkei im Frauenwohnheim der Firma Telefunken in der Stresemannstraße 30. Viele prägten durch ihr gesellschaftspolitisches und künstlerisches Wirken das deutschtürkische Leben in Berlin. Die dokumentarische Ausstellung, entstanden im Rahmen des 7. Berliner Herbstsalons, wird im Kiosk durch Kunstwerke von Emine Sevgi Özdamar, Filiz Taşkın, Melek Konukman-Tulgan und Serpil Yeter ergänzt und weitergeführt.