Pressebrief, 30. Mai 2022

Maxim Gorki Theater im Juni und Juli +++ Uraufführung GESCHWISTER von Ersan Mondtag +++ Premieren von Gorki X +++ Queer Week Preview

Sehr geehrte Journalist*innen,

herzlich laden wir Sie zur sechzehnten und letzten Premiere dieser Spielzeit, der Uraufführung von GESCHWISTER von Ersan Mondtag und den Premieren des Jugendclubs BEYOND THE BUBBLE und des Senior*innenclubs NACH-NACHTASYL sowie zur Container-Abschiedsparty mit Fatih Akin und zum Programm-Preview der QUEER WEEK ein! 

Am 17. Juni feiern wir die Uraufführung von GESCHWISTER in der Regie von Ersan Mondtag. Nachdem der Regisseur sich schon in vielen Arbeiten mit dem Offenlegen der Konstruktion von Gemeinschaft auseinandergesetzt hat, beschäftigt er sich nun mit einer neuen Form von Geschwisterlichkeit, die auch aus den schlimmsten Bruchstellen noch hervorgehen kann. Der Schweizer Theater- und Filmschauspieler David Bennent, der erstmals als Oskar in der Verfilmung des Romans Die Blechtrommel von 1979 auf sich aufmerksam machte, tritt in einer der Hauptrollen in GESCHWISTER auf. Neben Bennent spielen Gorki-Ensemblemitglieder Yanina Cerón, Çiğdem Teke, Falilou Seck, Lea Draeger und Sema Poyraz und die Gäste Tina Keserovic und Ariane Andereggen.

GROUND CONTROL in der Regie von Mirko Borscht hatte, wie schon angekündigt, am 28. Mai Premiere und ist die letzte Produktion in unserem Container, der uns in den letzten drei Jahren als temporäre Spielstätte ans Herz gewachsen ist. Ab der nächsten Saison werden wir das Studio wieder bespielen. Am 18. Juni bringen wir mit der Container-Abschiedsparty ein letztes Mal die grauen Wände des Containers zum Wackeln. Stoßen Sie mit uns an!

Am 10., 11. und 12. Juni freuen wir uns auf einen ganz besonderen Programmpunkt – die Premiere der Performance BEYOND THE BUBBLE vom Gorki Jugendclub Die Aktionist*Innen. Was bedeutet »jenseits der Blase«? Mit dieser Frage beschäftigen sich die jungen Performer*innen in dieser Spielzeit. Sie starteten im September 2021 über Improvisation mit der Ensemble-Spielerin Yanina Cerón, gingen mit Jakob D'Aprile in Schreibklausur und arbeiteten final mit der Choreografin Modjgan Hashemian an der Inszenierung. Als Zuschauende erwartet Sie »Bubble«-Forschung als Trip zum kollektiven Peng!

Obwohl unsere Queer Week dieses Jahr erst im September stattfindet, möchten wir Sie schon am 18. Juni zum Programm-Preview ins wiedereröffnende Studio Я einladen und ein erstes Werk präsentieren: Ex Situ von HYENAZ und Yusuph Suso, mit Lau Bau and Rodrigo Frenk. Bei Ex Situ handelt sich um eine Live-Performance, einen Musiktrack, ein Musikvideo, eine audiovisuelle Skulptur und eine interaktive webbasierte App, welche die fragilen technologischen Fäden kartographiert, aus denen die Menschen in vergangenen, aktuellen und zukünftigen Heimatländern transdimensionale Leben führen. Im Anschluss zur Queer Week-Präsentation zeigen wir den Film DARK ROOM REVISITED, dessen Premiere im Laufe der Queer Week-2021 stattgefunden hat und der im Mai 2022 beim Heidelberger Stückemarkt zu sehen war. 

Am 2. Juli, dem letzten Tag dieser Spielzeit, zeigen wir außerdem den Film NACH-NACHTASYL – ein partizipatives Projekt der Golden Gorkis, unseres Senior*innen-Ensembles. Zehn Darsteller*innen gestalteten eine Überschreibung des Stücks von Maxim Gorki, die sich mit ihren persönlichen Erfahrungen aus den letzten 70 Jahren und ihrer Gegenwart vermengt. 

Mit diesem Projekt endet die siebzigste Spielzeit des Maxim Gorki Theaters und schlagen wir eine Brücke zum 70. Geburtstag des Gorki im Oktober 2022. Ende Juni werden wir auf diese Jubiläumsspielzeit 2021/22 zurückblicken und auf den Geburtstag im Oktober und die neue Spielzeit 2022/23 vorausblicken. Dazu erhalten Sie eine gesonderte Einladung.


Im Folgenden finden Sie eine Vorschau auf das Monatsprogramm.

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Uraufführung
GESCHWISTER
17. Juni, 19:30 Uhr, Bühne

Regie Ersan Mondtag Bühne Simon Lesemann Kostüme Josa Marx Lichtdesign Marek Mauel Dramaturgie Valerie Göhring Musik Nid & Sancy (Bart Demey/Tania Gallagher)

Mit Ariane Andereggen, David Bennent, Yanina Cerón, Lea Draeger, Tina Keserovic, Sema Poyraz, Falilou Seck, Çiğdem Teke

Ein Tag im Leben einer Familie in West-Deutschland. Der Tagesablauf von Mutter, Vater und drei Kindern, am 2. Juni 1967. Zeitsprung. Die Kinder der Schweige-Generation treten ihr Erbe an. Im Zentrum der Inszenierung von Ersan Mondtag steht das Weiterwesen des Nationalsozialismus in einer bundesrepublikanischen, bürgerlichen Familie bis zum Beginn der Nullerjahre und den ersten Morden des NSU. Welche Last wiegt auf denjenigen, die sich trauen, ihren Eltern gegenüber oppositionell zu sein? Und wie stark sind die materiellen und ideologischen Kontinuitäten des rechten Erbes heute noch? Wie unterschiedlich können Lebenswege sein, die vom scheinbar gleichen Punkt aus starten? Wer trifft welche Entscheidungen und warum in dieser Familie? Wer hat eine Wahl? Und wer redet sich raus?

Weitere Vorstellungen:
18. Juni, 26. Juni, 19:30, Bühne

Ein hochauflösendes Bildmotiv zur Ankündigung finden Sie hier.

Gorki X Premiere
BEYOND THE BUBBLE
Eine Performance des Gorki Jugendclubs Die Aktionist*Innen
10. Juni, 19:00 Uhr, Studio Я
Von Die Aktionist*Innen

Künstlerische Leitung Modjgan Hashemian Musik Oliver Doerell Ausstattung Mila Mazić Kostüme Dennis Ennen, Matthijs Holland Video Christopher Bonte Produktion Gorki X Astrid Petzoldt Assistenz Lene Wollwerth

Von und mit Amadeus, Adamou Bance, Sofian Doumou, Tillmann Drews, Zari Eder, Marisol Gallego, Nele Jochimsen, Niclas O’Donnokoe, Rozhina Rastgoo, Caterina Snaidero, Shay Vatandoust

Wir lernten uns kennen in Parallelblasen, rückten in einer Zeit, wo Abstand verlangt wurde, näher: bis die Blasen zu einem Bubblehaufen verschwammen. Ein Raum ohne sichtbare Wände, oder Türen. Eine Haut bis zur Grenze dehnen – Porös? Für wen? Andere Blasen… wir probieren sie an und aus wie andere Kleider. Ein Resonanzraum sprudelnder Körper voller Bubbles, um sich fallen oder es knallen zu lassen. »Bubble« Forschung als Trip zum kollektiven Peng! 

Was bedeutet für dich »jenseits der Blase«? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Gorki Jugendclub in dieser Spielzeit. Sie starteten im September 2021 über Improvisation mit der Ensemble Spielerin Yanina Cerón, gingen mit Jakob D'Aprile in Schreibklausur und arbeiteten final mit der Choreografin Modjgan Hashemian an der Inszenierung.

Weitere Vorstellungen:
11. Juni, 19:00 Uhr, 12. Juni, 18:00 Uhr, Studio Я

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WEITERE VERANSTALTUNGEN

Festival-Preview + Installation + Get-Together mit Künstler*Innen
ACT 0: IN EXILE. QUEERWEEK22 INCL. EX SITU
18. Juni, 17:00 Uhr, Studio Я

Save the date! Die QueerWeek eröffnet im September die Spielzeit des Gorki! Der Warm-up-Satellit im Pride Month Juni ist eine Programm-Präsentation mit einzelnen Künstler*innen, schlägt eine Brücke zwischen den Festivalausgaben und präsentiert ein erstes Werk: EX SITU von HYENAZ und Yusuph Suso, mit Lau Bau and Rodrigo Frenk. 

Im Anschluss um 20:00 FILMSCREENING von DARK ROOM REVISITED

In Kooperation mit Missy Magazin, Siegessäule, Dussmann das KulturKaufhaus. Gefördert aus Mitteln des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Kultur und Europa 


EX SITU von HYENAZ und Yusuph Suso, mit Lau Bau und Rodrigo Frenk

Bei Ex Situ handelt sich um eine Live-Performance, einen Musiktrack, ein Musikvideo, eine audiovisuelle Skulptur und eine interaktive webbasierte App, welche die fragilen technologischen Fäden kartographiert, aus denen die Menschen in vergangenen, aktuellen und zukünftigen Heimatländern transdimensionale Leben führen. Die Skulptur besteht aus einem Netzwerk von zerkratzten und beschädigten Mobiltelefonen, die im Raum schweben und gegeneinander abgewogen werden. Auf jedem Telefon wird ein von Suso und HYENAZ geschaffenes audiovisuelles Element in einer Schleife abgespielt, das in zufälligen Abständen auftaucht und eine musikalische Erzählung erzeugt, die sich von einem Moment zum nächsten verschiebt, verändert und bewegt.

Filmscreening
NACH-NACHTASYL
2. Juli, 20:00, Studio Я
Von Ensemble 60+ Die Golden Gorkis 

Künstlerische Leitung Ron Rosenberg

Mit Henriette Bothe, Peter Fieback, Martha Hölters-Freier, Bernd Ocker Hölters, Koos Martens, Leyla Mehrmann, Hans-Peter Niendorf, Johanna Skirecki, Renate Sörensen, Liz Schmidt

Vor dem Hintergrund schwindender Gewissheiten, gestaltet das Senior*innen-Ensemble eine Überschreibung des Stücks von Maxim Gorki, die sich mit persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden aus den letzten 70 Jahren und ihrer Gegenwart vermengt. Wie in einem Spiegel reflektieren sie sich in dem partizipativen Filmprojekt und gehen ihren Lebensfragen auf den Grund.

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Mit freundlichen Grüßen

Anna Laletina und Wolfgang Kaldenhoff 

Presse 
Maxim Gorki Theater Berlin
Am Festungsgraben 2
10117 Berlin
tel 030  20221 355 / 392
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