»Warum sprechen, wenn man auch singen kann? Warum weinen, wenn man auch lachen kann?« heißt es in einem Lied von Paul Eisenach und Juri Sternburg aus ihrer »East Side Story«. Und genau das dachten wir: wir sollten besser singen, statt zu reden oder trauern. Also gibt es zum Abschied eine GORKI-Platte voller Musik: SONGS FROM THE LAST YEARS!
Das Haus des heutigen Gorki ist ohnehin ein guter Ort für sehr gute Musik. 1827 für die Berliner Sing-Akademie gebaut, war das spätere Gorki die Spielstätte des ersten gemischten Chores in Berlin, hier leitete Felix Mendelssohn Bartholdy mit der Wiederaufführung der Matthäus-Passion eine Bach-Renaissance ein und wegen der hervorragenden Akustik wurden hier berühmte Songs auf Schallplatte gebracht.
In den 13 Jahren der Intendanz von Shermin Langhoff waren im Maxim Gorki Theater fast 500 Lieder zu hören. Die GORKI-Platte kann nur einige wenige präsentieren und die allermeisten kommen aus zuletzt noch gespielten Inszenierungen, sind also nur eine Auswahl, gesungen von den Ensemblemitgliedern – als deren Abschiedssongs. Viele großartige Stimmen und Spieler*innen aus den vergangenen 13 Jahren fehlen also leider.
Was haben wir von der musikalischen Geschichte dieses Gebäudes und aus den zurückliegenden 13 Gorki-Jahren gelernt? Wenn etwas wirklich aus dem Herzen kommt, kann aus allen Unterschieden, ja Gegensätzen, eine neue Schönheit entstehen! Mit dem Zusammenklang vieler Töne, ohne Kategorien, mit diversen Instrumenten, ob Gitarre, Klavier, Oud oder Bağlama und mit vielen Gesängen in unterschiedlichen Sprachen, geben wir die Hoffnung nicht auf, dass die Guten die besseren Lieder haben: Erst durch alle Einzelnen hindurch hören wir die Harmonie der Welt und die Kraft von Liebe, Solidarität und Widerstand.
Die Vinyl Doppel-LP SONGS FROM THE LAST YEARS ist ab dem 13/Juni digital via qobuz sowie ab dem 19/Juni im Handel über das Label CLOUDS HILL verfügbar.
© Esra Rotthoff