Hakan Savaş Mican, 1978 in Berlin geboren und in der Türkei aufgewachsen, kehrt 1997 nach Berlin zurück und schließt 2004 ein Architekturstudium ab. Anschließend studiert er Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Während des Studiums entstanden Spiel- und Dokumentarfilme für ARTE und den RBB, darunter Beiträge zu den Fernsehprojekten 24h Berlin und 20xBrandenburg. Letzteres erhielt den Adolf-Grimme-Preis.
Seit 2008 arbeitet Mican am Theater und inszenierte u.a. am Thalia Theater Hamburg, Staatstheater Hannover, Volkstheater München und am Maxim Gorki Theater, wo er seit 2014 als Hausregisseur tätig ist. Inszenierungen von ihm waren zudem auf Festivals u.a. in London, Istanbul, Stockholm und New York zu sehen und wurden zu wichtigen deutschsprachigen Festivals wie dem Theatertreffen, Radikal jung, dem Heidelberger Stückemarkt und den Autorentheatertagen eingeladen.
Am Maxim Gorki Theater inszenierte Mican bislang sechzehn Theaterproduktionen, darunter eigene Texte wie BERLIN ORANIENPLATZ, BERLIN KLEISTPARK, Berlin Karl-Marx-Platz und Alles wird schön sein., Stücke von Sasha Marianna Salzmann SCHWIMMEN LERNEN, Muttersprache Mameloschn, Buchadaptionen wie Vatermal von Necati Öziri, Die Nacht von Lissabon nach Erich Maria Remarque, Unser Deutschlandmärchen nach dem Roman von Dinçer Güçyeter und Die Ungehaltenen nach dem Roman von Deniz Utlu, klassische Stücke wie Glaube Liebe Hoffnung von Ödön von Horváth sowie Filmadaptionen für die Bühne wie Angst essen Seele auf von Rainer Werner Fassbinder und Der Mann, der Liberty Valance erschoss nach dem Film von John Ford. Er entwickelt zudem Videoarbeiten und Installationen, die u.a. im Rahmen des Berliner Herbstsalons am Gorki Theater, auf anderen Festivals sowie in Museen gezeigt wurden, darunter Souvenirs und Reaching the Level of Contemporary Civilisation 2.
Seine Arbeiten thematisieren u.a. Fragen von sozialen Herkünften, persönlichen und familiären Beziehungen in einer von Beschleunigung und sozialem Wandel geprägten Zeit.
Foto: Esra Rotthoff