Foto: Esra Rotthoff
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
© Ute Langkafel MAIFOTO
1 von 14

Othello

nach William Shakespeare
von Soeren Voima

Oscar Olivo
Cassio
Falilou Seck
Brabantio, Emilia
Aram Tafreshian
Desdemona
Till Wonka
Rodrigo, Baccio
Falk Effenberger / Jens Dohle
Live-Musiker
Regie Christian Weise, Fassung Soeren Voima, Bühne Julia Oschatz, Kostüm Andy Besuch, Kostümmaler Martin Miok, Sounddesign Falk Effenberger / Jens Dohle, Dramaturgie Aljoscha Begrich
Othello hat es geschafft, er ist ganz oben angekommen in der militärisch-politischen Hierarchie der Imperialmacht Venedig. Er ist gesellschaftlich geachtet und hat mit Desdemona eine einflussreiche Frau. Doch nicht alle sind von seiner Vision einer pluralen Gesellschaft in Venedig begeistert. Der durch Nichtbeförderung gekränkte Jago spinnt ein Netz von Fallstricken, das Othello in den Wahnsinn der Eifersucht und schließlich zum Mord an seiner Frau führt.

Mit Othello zeichnet Shakespeare Aufstieg und Fall eines Politikers nach – ein typisch elisabethanisches Spiel um Intrige und Mord, Schein und Wahrheit. Doch Othello ist ein politischer Brennstoff in doppelter Hinsicht. Denn in die Rachefantasien Jagos mischen sich rassistische Bilder und Zuschreibungen, die Othello zu dem Wilden machen sollen, den Jago konstruiert. Der vollkommen bewusst eingesetzte Rassismus dieser Tragödie wirbt um die Gunst des Publikums: das Zerrbild eines gruseligen Phantasmas hinter der Fassade einer zivilisierten Figur war Stoff für die Alpträume des frühkolonialen England. Jago wird so zum heimlichen Helden und zum Regisseur eines Lehrstücks rassistischer Ideologien. Soeren Voima und Christian Weise, die zuletzt am Gorki das orientalistische Märchen Der kleine Muck dekonstruierten, um ein wildes Berliner Familientheaterstück aufzuführen, widmen sich nun anhand von Othello dem persönlichen Rassismus, der strukturellen Ausgrenzung und den ökonomischen Hintergründen im System.