Jeder stirbt für sich allein
Hans Fallada
Spieldauer: 2:00h
Matti Krause
Emil Barkhausen, Frau Rosenthal, Grigoleit, Schröder
Michael Klammer
Obergruppenführer Prall, Karl Hergesell, Frau Gerich, Obersturmbannführer Gerich,
Regie
Jorinde Dröse, Bühne
Barbara Steiner, Kostüme
Susanne Schuboth, Dramaturgie
Carmen Wolfram
Für die Bühne bearbeitet von Jens Groß.
Premiere am 5. September 2011 im Maxim Gorki Theater Berlin.
Hans Falladas Roman beruht auf der wahren Geschichte des Berliner Ehepaares Hampel (bei ihm Quangel), das sich ohne Aussicht auf Erfolg, mit selbst verfassten und in Treppenhäusern abgelegten Postkarten, gegen den Terror der Nazis wehrte und 1943 hingerichtet wurde. Es handelt sich bei diesem Buch um das erste Werk eines deutschen Schriftstellers, das den Widerstand gegen das Hitlerregime thematisierte. Der ist für das Ehepaar Quangel weniger ein politischer Akt als eine Gewissensentscheidung, die sie gemeinsam treffen, nachdem ihr einziger Sohn gefallen ist. Sie wollen etwas tun, sich gegen das sinnlose Hinschlachten Tausender zur Wehr setzen. Fallada entwickelt ein Berliner Hinterhof-Panorama voller berührender, aufwühlender Schicksale und ambivalenter Charaktere – Tapfere und Feige, Kleinkriminelle und Weiberhelden, Nazis, Mitläufer und Spitzel; Leute, die andere belauern und überwachen. Er zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die an moralischer Auszehrung leidet, in der Argwohn, Misstrauen und Angst jede soziale Beziehung bestimmen.