Foto: © Esra Rotthoff
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After the Fire

Der Klang nach dem Krieg in Europas global cities

Kurator: Björn Döring

Das 19. Jahrhundert endete 1914 in Zerfall, Zerstörung und dem Verlust der Identifikation. Wie ging die junge Generation in Berlin, London, Budapest und Sarajevo mit der Ruhe nach den Waffengängen um? Zwischen Hedonismus und Jugendbewegung, zwischen Drogenerfahrung, Protestlied und den Erschütterungen in der musikalischen Moderne entwickelten sich neue Musikkulturen. Chanson und Jazz, Music Hall und Urban Blues sind nicht immer Zeichen des Protestes, aber mindestens des Anders-Seins. After The Fire, das Musikprogramm des OpenCampus sucht die Brücke zwischen den europäischen Musikstilen der letzten hundert Jahre und dem Sound von 2014. Was ist während der Zeit des Ersten Weltkriegs mit jungen KünstlerInnen und ihrer Musik geschehen? Wie hat der Krieg die Zeit danach geprägt? Welche Spuren des »Großen Krieges« finden sich in der heutigen Popmusik?

Die Zeit des Ersten Weltkriegs fällt zusammen mit dem Aufbruch in die musikalische Moderne: Schönberg revolutioniert aus Versehen die Harmonik, der Kriegseintritt der Amerikaner bringt den Jazz nach Europa, kurz vor dem Krieg wird Ohropax erfunden, kurz nach dem Krieg das Radio. Die Städte werden laut und nervös. In den Bild- und Klangverarbeitungsexperimenten der Zwanziger Jahre werden heutige Kulturtechniken wie Remix, Mash-Up, harte Cuts und Track-Wechsel angelegt. Mikrophon, Lautsprecher, Film und das Saxophon verändern den Klang der Welt.  After The Fire ist eine Collage aus Konzert, Party und Film über die und mit der Musik im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit von Schönberg bis Motörhead.

Das öffentliche Programm beginnt mit einer Stummfilmdisko: Am 8. Mai, dem 69. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieg wird das Collegium Hungaricum zur Leinwand für eine VJ-Performance der ungarischen Gruppe Kiégő Izzók, deren Bilder begleitet werden von DJ Bootsie in einem Silent-Disco-Format.

In einem Konzert am 9. Mai wird das Berliner Elektro-Duo Gebrüder Teichmann mit dem Komponisten und Pianisten Moritz Eggert und Gästen wie dem Videokollektiv Transforma ihre radikal subjektiv fragmentarische Sicht auf die Musikgeschichte des Krieges von 1914 bis heute präsentieren, gerahmt von DJ Bootsie, dem Londoner Beatbox- Blues Duo Heymoonshaker und der deutsch-französischen Chanson-Formation Scorbüt. Shantel aus Frankfurt stellt im Anschluss erneut seine Expertise im (zumindest musikalischen) Entgrenzen unter Beweis.

»After the fire / The fire still burns / The heart grows older / But it never ever learns … / After the fire / The fire still burns.«
(Pete Townshend & Roger Daltrey)

08. Mai 2014, 22 Uhr
After the Fire - Silent-Disco, Eintritt frei
VJ-Performance von Kiégő Izzók, DJ Bootsie
Collegium Hungaricum

09. Mai 2014, 20 Uhr
After the Fire - Konzert, anschließend Party
Konzert mit Gebrüder Teichmann (Berlin) & Komponist und Pianist Moritz Eggert (München) DJ Bootsie & Kiégő Izzók (Budapest), Heymoonshaker (London), Transforma (Berlin), DJ İpek (İstanbul), Scorbüt (Paris),Theresa Martini (Berlin) und anderen
Party mit Shantel (Frankfurt)
Gorki Bühne

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