Luca Cerizza
Luca Cerizza, 1969 in Mailand geboren, ist Kurator und Kunstautor und lebt derzeit in Turin. Seit 2006 lehrt er kuratorische Studien und Museologie im MA-Studiengang an der NABA (Nuova Accademia di Belle Arti).
Er ist Autor von Alighiero e Boetti: Mappa (Afterall, London, 2008 / Electa, Mailand, 2009) sowie zahlreicher Essays über minimalistische und postminimalistische Praktiken und Kunst seit den 1990er-Jahren, darunter jüngere Texte über Ian Wilson, Kazuko Miyamoto, Pieter Vermeersch, Katharina Grosse, Elodie Seguin, Diego Perrone, Vincenzo Agnetti, Marcello Maloberti, Amol Patil und Jonathan Monk.
Cerizza ist Herausgeber einer Anthologie von Texten des Kunstkritikers Tommaso Trini (Johan & Levi, Mailand, 2016) sowie umfassender Monografien über Gianni Pettena, Diego Perrone (beide Mousse, Mailand, 2020), Massimo Bartolini (NERO Editions, 2022, mit Cristiana Perrella), Kazuko Miyamoto (Silvana Editoriale, 2024, mit Zasha Colah und Eva Fabbris) und Jonathan Monk (Bruno, 2026). Er hat für Artforum.com und Art Agenda geschrieben und war regelmäßiger Autor für Frieze (2006–13) und Flash Art.
In den vergangenen 30 Jahren entwickelte Cerizza eine umfangreiche kuratorische Praxis an verschiedenen Institutionen in Italien und im Ausland. Zu seinen jüngsten Projekten zählen große Einzelausstellungen von Tomás Saraceno (Museo di Villa Croce, Genua, 2014, mit Ilaria Bonacossa), Kazuko Miyamoto (The Japan Foundation, Delhi, 2015), Prabhakar Pachpute am NGMA (National Gallery of Modern Art, Mumbai, 2016, mit Zasha Colah), Gianfranco Baruchello (Raven Row, London, 2017), Tino Sehgal (OGR, Turin, 2018) und Massimo Bartolini (Centro Pecci, Prato, 2022).
2024 kuratierte er den Italienischen Pavillon auf der Biennale di Venezia mit einer Einzelausstellung von Massimo Bartolini und Beiträgen der Musiker:innen Caterina Barbieri, Gavin Bryars und Kali Malone. In diesem Zusammenhang kuratierte er gemeinsam mit Gaia Martino das öffentliche Programm If Only We Had Ears mit Klangperformances, Vorträgen, Gesprächen und Workshops, an denen mehr als 30 Gäste beteiligt waren.
Seit Ende der 1990er-Jahre beschäftigt sich Cerizza insbesondere mit der Beziehung zwischen bildender Kunst und experimenteller Musik, vor allem Electronica, Minimal und Avant-Rock. Daraus entstanden Projekte wie Goo (Bergamo, 1996, über die Beziehung zwischen Sonic Youth und bildenden Künstler:innen), Perspectives. Sound Architectures (Via Ventura, Mailand, 2001, mit Ryoji Ikeda, Carsten Nicolai und Mika Vainio), ElectrOrganica (Via Ventura, Mailand, 2003, mit Fun Club Orchestra, Vert, Qubogas und anderen) sowie das multidisziplinäre Projekt Vincenzo Agnetti. NEG: suonare le pause (Padiglione de L’Esprit Nouveau, Bologna, 2021; Fondazione Antonio Dalle Nogare, Bozen, 2022 und fortlaufend), für das er unter anderem Musiker wie Bellows (Giuseppe Ielasi, Nicola Ratti), Alessandra Novaga, Walter Prati und Starfuckers einbezog. Darüber hinaus veröffentlichte er Interviews mit Blixa Bargeld, Kim Gordon, Robert Lippok/Carsten Nicolai und David Toop und schrieb Essays über die Beziehung zu Klang in den künstlerischen Praktiken von Massimo Bartolini, Carsten Nicolai und Susan Philipsz.