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Madame Bovary

Gustave Flaubert

Spieldauer: 3:10h inkl. einer Pause
Julischka Eichel
Emma Bovary
Johann Jürgens
Charles Bovary
Sabine Waibel
Mutter Bovary / Lheureuse / Amme
Ronald Kukulies
Rodolphe
Joris Camelin
Bettler / Hippolyte
Josephine Barner / Helena von Mechow
Berthe
Regie Nora Schlocker, Bühne Jessica Rockstroh, Kostüme Marie Roth, Musik Paul Lemp, Dramaturgie Andrea Koschwitz
Für die Bühne bearbeitet von Tine Rahel Völcker

Premiere am 19. Februar 2011 im Maxim Gorki Theater Berlin

Von ihrer Hochzeit mit dem Landarzt Charles Bovary erhofft sich die Pächtertochter Emma neben gesellschaftlicher Anerkennung vor allem Freiheit und Glück. Ihre in der Klosterschule und durch Lektüre erweckte Sehnsucht nach einem Leben in Leidenschaft und Luxus soll endlich Wirklichkeit werden. Doch das junge Paar scheitert an dem Idealismus seiner Liebe und an einem System, in dem der Wert des Einzelnen scharf kalkuliert und von seiner optimalen Verwertbarkeit abhängig gemacht wird. Emma probiert sich wechselweise in den gültigen Rollenbildern als Mutter, Hausfrau und Geliebte und wird dabei immer wieder mit der Hohlheit und dem Materialismus der Gesellschaft konfrontiert. Darin geht es nicht um die Behauptung oder Überschreitung eines Selbst, sondern um einen Prozess, in dem die Entäußerung des Eigenen erlitten wird. Emma flüchtet sich in die Arme ihrer Liebhaber Rodolphe und Leon, provoziert Charles Mutter und die Bürgerwelt des Apothekers Homais und der Händlerin Lheureuse, deren Opfer sie werden wird. Eine Suchende wird zur Süchtigen und Emmas Rausch in Luxus und Konsum endet im Ruin.
Tine Rahel Völcker fokussiert in ihrer Bearbeitung Flauberts berühmten Roman auf den Konflikt Individuum versus Gesellschaft und die Frage: Wie lebt man in einem System, das dem Einzelnen trotz oder gerade wegen seines Reichtums zwischen Profit und Ruin kaum eine Alternative lässt?

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