Foto: Bettina Stöß
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Demenz Depression und Revolution

Fritz Kater

Besetzungsliste
Regie Armin Petras, Bühne Annette Riedel, Kostüme Patricia Talacko, Musik Miles Perkin, Video Rebecca Riedel, Choreographie Berit Jentzsch, Dramaturgie Sibylle Dudek

I im schmetterlingsgrund

II schwarzer hund

III tagebuch eines revolutionärs / versuch einer fälschung

Keine weiteren Vorstellungen von Demenz Depression und Revolution
Am 5. Januar 2013 hatte die Produktion "demenz depression und revolution" von Fritz Kater Premiere am Maxim Gorki Theater. In diesem dreiteiligen Werk, untertitelt mit "studie zu 3 mythen der gegenwart", transformiert der Autor Fritz Kater medial viel diskutierte Themen zu einer künstlerischen Übersetzung. Im zweiten Teil „Depression" wird die Geschichte einer Depression eines Fußballtorwarts thematisiert, in die Facetten des in der Öffentlichkeit mit großer Anteilnahme diskutierten Lebens- und Leidensweges von Robert Enke eingearbeitet worden sind. Robert Enkes Witwe, Teresa Enke, hatte nach der Premiere über Ihren Anwalt Einwände gegen den zweiten Teil der Aufführung  erhoben. Das Maxim Gorki Theater zog daraufhin die Aufführung vorläufig aus seinem Spielplan zurück und versuchte mit Frau Enke in diesem Konflikt eine einvernehmliche Lösung zu erzielen, um die Inszenierung weiterhin zeigen zu können. Nach anwaltlicher Auskunft liegen keine Verletzungen von Persönlichkeitsrechten vor, mit dem vorläufigen Zurückziehen des Stückes versuchte das Maxim Gorki Theater seiner moralischen Verantwortung gerecht zu werden.
Da leider bisher keine weitere Stellungnahme von Frau Teresa Enke vorliegt und somit keine Einigung erzielt werden konnte, wird die Produktion weiterhin nicht auf dem Spielplan stehen. Für das Maxim Gorki Theater und das Team um den Regisseur Armin Petras kommt eine Aufführung der Produktion in einer anderen Fassung (z.B. 2-teilig) als der dreiteiligen Originalfassung aus künstlerischen Gründen nicht in Frage.
 
Die seit langem geplante und angekündigte Vorstellung von Demenz Depression und Revolution am 10. März entfällt, stattdessen zeigen wir die unlängst für den Friedrich-Luft-Preis gekürte Vorstellung DIE RÄUBER nach Friedrich Schiller, in der Regie von Antú Romero Nunes.

Für weitere Informationen wenden sich unsere Besucher bitte an unsere Theaterkasse: Tel. (030) 20221115, ticket@gorki.de.
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Premiere am 05. Januar 2013 im Maxim Gorki Theater Berlin

Uraufführung

"studie zu drei mythen der gegenwart" untertitelt Fritz Kater sein neues Stück, das sich aus drei abgeschlossenen Teilen zusammensetzt. Der erste Teil versammelt schlaglichtartig Aussagen, Beschreibungen, Situationen, Diskurse zum Thema Demenz. Betroffene, Angehörige, Wissenschaftler und Pflegende kommen zu Wort. Der zweite Teil erzählt mit großer Stringenz die Geschichte einer Depression, die im Selbstmord endet. Im Zentrum steht ein Paar: Er, Torwart, sie, die Frau an seiner Seite. Die Lebensbedingungen beider werden vom Leistungssport diktiert.
Der dritte Teil ist das "Tagebuch eines Revolutionärs". Ein Künstler erlebt die Ereignisse rund um den Prager Frühling. Seine Wahrnehmung des Geschehens mischt sich mit anderen Erlebnissen, seinen Liebschaften, Verlusten, Kämpfen, seinem Schaffen als Autor und Filmemacher.

Mit "demenz depression und revolution" liefert Fritz Kater anhand von drei Phänomenen so fragmentarisch wie verstörend eine Zustandsbeschreibung unserer Wirklichkeit. Die drei Themen stehen unverbunden nebeneinander und beleuchten sich doch gegenseitig. Indem Kater sie nicht als Tatsachen,sondern als Mythen untersucht, nimmt er ihnen die Schwere und Ausweglosigkeit,ermöglicht unkonventionelle Sichtweisen und eröffnet neue Denkräume. Denn ein Mythos ist nie abgeschlossen oder fertig, er formt und entwickelt sich bei jedem Erzählen neu.

Derzeit keine Termine verfügbar

Keine Vorstellung DEMENZ DEPRESSION UND REVOLUTION am 6. Februar 2013

Da wir die Vorstellung DEMENZ DEPRESSION UND REVOLUTION nur im Einvernehmen mit Frau Teresa Enke zeigen wollen und die Gespräche zum jetzigen Zeitpunkt noch zu keinem Abschluss gelangt sind, wird die geplante Vorstellung am 6. Februar zu unserem größten Bedauern nicht stattfinden können.

Keine Vorstellung DEMENZ DEPRESSION UND REVOLUTION am 19. Januar 2013

Nach gründlicher Beratung mit den an der Inszenierung DEMENZ DEPRESSION UND REVOLUTION Beteiligten haben wir uns aus künstlerischen Gründen entschlossen, am Samstag, 19. Januar 2013 die ursprünglich dreiteilige Inszenierung nicht in einer unvollständigen zweiteiligen Version zu zeigen.
Dem Maxim Gorki Theater ist es nach wie vor ein wichtiges Anliegen, mit Frau Enke über den zweiten Teil "DEPRESSION" zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen, um die Inszenierung zukünftig wieder in ihrer ursprünglichen Form zeigen zu können. Nach anwaltlicher Auskunft stehen einer Einigung keine rechtlichen Fragen im Wege. Da die Gespräche zwischen den Verantwortlichen noch nicht abgeschlossen sind, werden wir die Vorstellung vorläufig komplett aussetzen.
Wir sind zu der Überzeugung gelangt, mit einer zweiteiligen Fassung (ohne den Teil DEPRESSION) unseren Zuschauern die ursprüngliche künstlerische Intention der Inszenierung nicht mehr nachvollziehbar vermitteln zu können.
Anstelle der Aufführung werden wir am Samstag, 19. Januar 2013 eine einmalige Lesung von Fritz Katers neuem Stück "5 morgen" mit dem gesamten Ensemble der Produktion DEMENZ DEPRESSION UND REVOLUTION zeigen.

STELLUNGNAHME DES MAXIM GORKI THEATERS ZUR INSZENIERUNG "DEMENZ DEPRESSION UND REVOLUTION"

Am Samstag, 5. Januar 2013, hatte die Produktion "demenz depression und revolution" am Maxim Gorki Theater Premiere. Zur Uraufführung kam damit ein Text des Autors Fritz Kater, der im henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin verlegt wird und bei dem die Rechte an diesem Stück liegen. In diesem dreiteiligen Werk, untertitelt mit "studie zu 3 mythen der gegenwart", transformiert der Autor Fritz Kater medial viel diskutierte Themen zu einer künstlerischen Übersetzung. Im zweiten Teil "Depression" wird die Geschichte einer Depression eines Fußballtorwarts thematisiert, in die Facetten des in der Öffentlichkeit mit großer Anteilnahme diskutierten Lebens- und Leidensweges von Robert Enke eingearbeitet worden sind.
Sollten durch unsere Aufführung die Gefühle von Frau Enke verletzt worden sein, bedauern wir dies außerordentlich. Dem Maxim Gorki Theater und dem Team um den Regisseur Armin Petras ging es ausschließlich darum, an dieser Stelle das persönliche Schicksal Enkes und seines Krankheitsbildes in einen archetypischen und damit allgemeingültigen Fall zu überführen und sich auf diesem Weg mit der Krankheit Depression künstlerisch auseinanderzusetzten und das Ergebnis zur Diskussion zu stellen. Den an einer Depression Erkrankten wird in unserer Inszenierung Hochachtung und Respekt entgegengebracht, wie sich auch der Premierenberichterstattung entnehmen lässt.

Dem Maxim Gorki Theater ist es ein wichtiges Anliegen alle durch das Theaterstück entstandenen Probleme und Fragen einvernehmlich mit Frau Enke zu klären und zu einer Lösung beizutragen. Bis eine solche gefunden ist, verzichtet das Maxim Gorki Theater bis auf weiteres auf die Ansetzung des zweiten Teils der Aufführung.