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Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe

Heinrich von Kleist

Spieldauer: 3:10h inkl. einer Pause
Anne Müller
Käthchen
Joachim Meyerhoff
Friedrich Graf Wetter vom Strahl
Sabine Waibel
Kunigunde
Matti Krause
Gottschalk
Ruth Reinecke
Theobald, Gräfin Helena, Brigitte
Albrecht Abraham Schuch
Gottfried, Georg von Waldstätten, Maximilian Burggraf von Freiburg, Rheingraf vom Stein, Rosalie
Das Helmi
Femegericht: Graf Otto von der Flühe, Wenzel von Nachtheim, Hans von Bärenklau Friedrich von Herrnstadt, Eg Inhardt von der Wart, Georg von Waldstätten, Schauermann, Wetzlaf, Jacob Pech, Isaac, Köhlerfrau & Mann, Boten, Häscher, Bediente, Knechte und Volk
Regie Jan Bosse, Bühne Stéphane Laimé, Kostüme Kathrin Plath, Musik Arno Kraehahn, Puppenbau Florian Loycke / Olivia Carye-Hallstein, Dramaturgie Gabriella Bußacker
Premiere im Rahmen des Kleistfestivals am 4. November 2011 im Maxim Gorki Theater Berlin

In einer unterirdischen Höhle mit einem Femegericht vermummter „Grafen, Herren und Ritter“ beginnt dieses „grosse historische Ritterschauspiel“, wie Kleist es (leicht ironisch?) nannte und zum Anlass nimmt, wieder einmal die Welt ins Verhör zu nehmen. 1808 schreibt er an Joseph von Collin: „Denn wer das Käthchen liebt, dem kann die Penthesilea nicht ganz unbegreiflich sein, sie gehören ja wie das + und das – der Algebra zusammen, und sind Ein und dasselbe Wesen, nur unter entgegengesetzten Beziehungen gedacht.“

Auch im Käthchen begegnet dem Mann eine starke Frau. Die Überforderung schlechthin: seit sie im Grafen Friedrich Wetter den strahlenden Ritter erkannt hat, der ihr im Traum erschien, folgt sie ihm besessen überall hin. Er will von ihr nichts wissen – sie ist nicht von seinem Stand: ihm wurde in (s)einem Traum prophezeit, dass er einst eine Tochter aus kaiserlichem Hause heiraten wird. Irrtümlich hält er Kunigunde dafür, die allen Rittern den Kopf verdreht. Seine Rüstung wird den Ritter vom Strahl nicht vor Käthchens Begehren schützen; er wird sich ihr ergeben müssen – zumal dem himmlischen Mädchen nicht nur die Unterstützung des Kaisers selbst, sondern in einem Feuer die Hilfe eines leibhaftigen Engels zuteil wird.

Mit dieser eigentümlichen Mischung aus Märchen, Ritterdrama, Schauerroman, Legende und romantischer Fantastik wird eine Inszenierung der Unschuld und wahren Liebe zelebriert, unter deren Oberfläche es glüht und brodelt: Begehren, Überzeugung und Zweifel sind im ständigen Kampf und stiften überfordernde Verwirrung. Immer wieder bricht sich eine kaum zu disziplinierende Beunruhigung über den zunehmenden Verlust von festen, verlässlichen Ordnungen Bahn: einstürzende Festungen bieten keine Sicherheit – bleibt die Liebe die letzte Utopie?

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