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Clavigo

1:25h
Hilke Altefrohne
Marie Beaumarchais
Paul Herwig
Clavigo
Gunnar Teuber
Carlos
Katja Sieder
Sophie Guilbert
Regie Roger Vontobel, Bühne Claudia Rohner, Kostüme Dagmar Fabisch, Video Immanuel Heidrich, Dramaturgie Ludwig Haugk
Premiere am 30. November 2008 im Maxim Gorki Theater Berlin

Talentiert, fleißig, gut aussehend: Clavigo ist ein Erfolgsmensch. In wenigen Jahren hat er es als Journalist weit gebracht; er gehört zu den Bestverdienenden der Branche und ist trotz seiner Jugend bereits eine moralische und intellektuelle Instanz. Die Kosten des schnellen Aufstiegs: Auf dem Weg "nach oben" meinte Clavigo, sich von seiner Verlobten Marie trennen zu müssen, die Liebe schien nicht in das Persönlichkeitsprofil des neuen Clavigo zu passen. Doch eine Leidenschaft ist kein Möbel, und Schmerz lässt sich nicht organisieren. Clavigo steckt im "Zwischenraum" des Zweifels. Einerseits kann er Marie nicht verlassen, andererseits wird er von seinem Freund Carlos bedrängt, konsequent den
Weg des Erfolgs weiterzugehen. Der Entscheidungsdruck zwischen Vernunft und Gefühl wird zur Zerreißprobe für Clavigo, der nur ist, was er ist, weil ihm bisher gelang, beides zu vereinen.
"Clavigo" ist eine Romanbearbeitung des jungen Goethe. Die Tragödie eines Helden, der sich nicht entscheiden kann, Held zu sein, erscheint heute wie ein Prolog zur Moderne. Ein 233 Jahre altes, brillantes Bruchstück, das vorgreift und vom Zerbrechen am Definitionszwang unserer Zeit erzählt.

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