Historie

Diese Linie wurdevon Albert Hetterle, der die Leitung 1968 übernahm und der schon unter Maxim Vallentin einer der profilprägenden Schauspieler war, erweitert. Während seiner mehr als ein Vierteljahrhundert andauernden Intendanz erwarb das Maxim Gorki Theater den Ruf, die Bühne Ostberlins zu sein, die sich kontinuierlich mit zeitgenössischer Dramatik auseinander setzte und deren besonderes Augenmerk russischer und sowjetischer  Dramatik galt. Regisseure wie Wolfgang Heinz, Karl Gassauer, Wolfram Krempel und Martin Meltke  unterstützten diese Linie maßgeblich. Thomas Langhoff schrieb mit Inszenierungen, wie "Einsame Menschen", "Drei Schwestern" und "Sommernachtstraum" Theatergeschichte. Volker Brauns kontroverse "Übergangsgesellschaft", die Langhoff 1988 inszenierte  und die besondere Theaterästhetik in den Inszenierungen Rolf Winkelgrunds, wie "Der Weg nach Mekka" von Athol Fugard oder "Die Falle" von Tadeusz Rózewicz, gaben dem Haus ein neues eigenes Profil.

1994 wurde Bernd Wilms Intendant des Maxim Gorki Theaters. Das Theater verstand sich unverändert als ein Theater der Schauspieler, das großen Wert auf die Pflege seines Ensembles legt und zugleich auf die Entdeckung neuer Talente. Mit Inszenierungen wie "Hautnah" von Patrick Marber, "Altruisten" von Nicky Silverund Xavier Durringers "Schnitt ins Fleisch" kamen moderne englische und französische Dramatiker ins Repertoire. Höhepunkte setzte Willms mit der Berlin-Trilogie: "Der Hauptmann von Köpenick" von Carl Zuckmayer, Gerhart Hauptmanns "Die Ratten" und "Berlin Alexanderplatz", nach dem Roman von Alfred Döblin, waren in der Regie von Katharina Thalbach und Uwe Eric Laufenberg große Publikumserfolge.

Als Bernd Wilms zum Intendant an das an das Deutsche Theater in Berlin berufen wurde, kam 2001 Volker Hesse an das Maxim Gorki Theater. Ihm gelang es, mit Stückentwicklungen wie "Bankenstück" von Lutz Hübner und "Der Kick" von Andres Veiel und Gesine Schmidt, ästhetische und politisch interessante Kontroversen auszulösen.

Seit Beginn der Spielzeit 2006/07 ist der Regisseur und Autor Armin Petras Intendant des Maxim Gorki Theater. Seine künstlerische Handschrift sowie die der regelmäßig am Maxim Gorki Theater inszenierenden Regisseure wie Jan Bosse, Jorinde Dröse und Antú Romero Nunes, prägen heute das Theater. Romanadaptionen und zeitgenössische Inszenierungen klassischer Dramatik und der Moderne des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Stoffe aus Berlin und Brandenburg bestimmen das Programm des Theaters. Der lebendige Geschichtsraum Berlins und vor allem die Bewohner dieser Stadt stehen im Focus des Spielplans. Armin Petras setzt sich seit vielen Jahren kontinuierlich mit dem Autor Heinrich von Kleist künstlerisch auseinander. Anlässlich des internationalen Kleistjahres zum 200. Todestags des Dichters fand am Maxim Gorki Theater im November 2011 ein dreiwöchiges Kleistfestival statt, in dem sich diese starke künstlerische Auseinandersetzung widerspiegelte.                  

                                                                                
"Das älteste und vornehmste Concertlocal Berlins":
Die Singakademie auf einer Darstellung von Eduard Gärtner aus dem Jahr 1834.