Zement
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Zement

Als tot geglaubter Held der Revolution kehrt der Schlosser Gleb Tschumalow 1920 nach drei Jahren an der Front in sein Heimatstädtchen zurück. Doch statt einer sozialistischen Gesellschaft im Aufbau trifft er auf Hunger, Angst und Resignation. Der Zweifel der Arbeiter und der Rost der Maschinen fressen gleichermaßen am Zementwerk. Glebs Frau Dascha, inzwischen Funktionärin der Partei, kämpft verzweifelt gegen Hunger und Depression der revolutionsmüden Bevölkerung. Sie hat schlicht keine Zeit für den Heimkehrer. Nach dem Krieg wartet auf Gleb Tschumalow die härteste aller Prüfungen: die Arbeit des Helden an einer Welt, die Helden wie ihn nicht mehr braucht. 

Heiner Müllers Zement entstand 1972 in der DDR. In der bleiernen Zeit der militanten Radikalisierung des linken Aufbruchs (West) und der Betonierung der Verhältnisse (Ost) gräbt Müller Fjodor Gladkows gleichnamigen Revolutionsroman von 1925 aus und bringt ihn mit der Antike in Kontakt. Sein Vers sprengt nicht nur ideologische Gewissheiten, sondern auch die Form der Erzählung. Zement wird so zu einer großen Tragödie über den Widerstand gegen die Vergeblichkeit.

 

Premiere: 16. Januar 2015
 

Team

Besetzung

Till Wonka

Çiğdem Teke

Thomas Wodianka

Aleksandar Radenković

Cynthia Micas

Falilou Seck

Aram Tafreshian

Mateja Meded

Pressestimmen

"eine knallbunte Revolutionsanekdote"

Berliner Morgenpost | 18. Januar 2015

"Baumgarten mit seinem frappant-intelligenten "Zement"-Parcours schiebt so wie nebenbei auch den Riegel vor jede Art blind machende Selbstgefälligkeit: "Die Geschichte der Bundesrepublik ist noch nicht geschrieben worden."

Theater der Zeit | 03/2015

"Jetzt könnte man Baumgartens Gesamtkunstwerk sezieren. Interpretieren. Verstehen wollen. Besser ist: wirken lassen! Als großen Abend eines geschlossenen Ensembles mit komischen Spitzenleistungen Thomas Wodiankas als Badjin und einer beängstigend glaubhaft vom Leben durchgerüttelten Sesede Terziyan als Dascha."
 

nachtkritik.de | 16. Januar 2015

"Gläubige Heiner-Müller-Puritaner werden diese Inszenierung hassen. Heiner Müller hätte vermutlich grimmiges Vergnügen an ihr gehabt."

tip Berlin | 03/2015

Bolschewisten in Unterhosen
„Gläubige Heiner-Müller-Puritaner werden diese Inszenierung hassen. Heiner Müller hätte vermutlich grimmiges Vergnügen an ihr gehabt.“

Tip Berlin, ATR

Aus meinem Spiral-BLOCK: Theater-Betriebsnotizen 115
„Ein spannendes, gerade bezüglich grauenvollerAktualitäten gespenstig wirkendes Denk- und Lehrstück.“ „Ein furioser Kraftakt, vehement theatralisch, huch durch das stark spielerische, dabei hoch konzentrierte Ensemble. Großes, komplexes, also überhaupt nicht plakatives politisch philosophisches Theater über die Tragödie des Menschen aus rotglühender Weltverbesserungssehnsucht und blutgetränkter Vergeblichkeit.“
 

Blog Lustaufkultur

Menschen kann man ändern
„Zement“ im Gorki: Theater von Regisseur Sebastian Baumgarten über unsere gespenstische Gegenwart, eingeklemmt zwischen den Zeiten, festgefroren zwischen Her- und Zukunft. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?

Berliner Zeitung, Dirk Pilz