Othello
Othello_MG_1957-(R) Ute Langkafel MAIFOTO.jpg
Othello_MG_1726-(R) Ute Langkafel MAIFOTO.jpg
Othello_MG_1058-(R) Ute Langkafel MAIFOTO.jpg
Othello_MG_1242-(R) Ute Langkafel MAIFOTO.jpg
Othello_MG_0376-(R) Ute Langkafel MAIFOTO.JPG
Othello_MG_0362-(R) Ute Langkafel MAIFOTO.JPG

Othello

Othello hat es geschafft, er ist ganz oben angekommen in der militärisch-politischen Hierarchie der Imperialmacht Venedig. Er ist gesellschaftlich geachtet und hat mit Desdemona eine einflussreiche Frau. Doch nicht alle sind von seiner Vision einer pluralen Gesellschaft in Venedig begeistert. Der durch Nichtbeförderung gekränkte Jago spinnt ein Netz von Fallstricken, das Othello in den Wahnsinn der Eifersucht und schließlich zum Mord an seiner Frau führt.

Mit Othello zeichnet Shakespeare Aufstieg und Fall eines Politikers nach – ein typisch elisabethanisches Spiel um Intrige und Mord, Schein und Wahrheit. Doch Othello ist ein politischer Brennstoff in doppelter Hinsicht. Denn in die Rachefantasien Jagos mischen sich rassistische Bilder und Zuschreibungen, die Othello zu dem Wilden machen sollen, den Jago konstruiert. Der vollkommen bewusst eingesetzte Rassismus dieser Tragödie wirbt um die Gunst des Publikums: das Zerrbild eines gruseligen Phantasmas hinter der Fassade einer zivilisierten Figur war Stoff für die Alpträume des frühkolonialen England. Jago wird so zum heimlichen Helden und zum Regisseur eines Lehrstücks rassistischer Ideologien. Soeren Voima und Christian Weise, die zuletzt am Gorki das orientalistische Märchen Der kleine Muck dekonstruierten, um ein wildes Berliner Familientheaterstück aufzuführen, widmen sich nun anhand von Othello dem persönlichen Rassismus, der strukturellen Ausgrenzung und den ökonomischen Hintergründen im System.

 

Premiere: 19. Februar 2016

Team

Bühnenbild

Kostüme

Kostüme

Dramaturgie

Besetzung

Oscar Olivo

Taner Şahintürk

Falilou Seck

Aram Tafreshian

Thomas Wodianka

Till Wonka

Falk Effenberger

Jens Dohle

Pressestimmen

„Unterhaltsam und unverkrampft wird am Gorki Shakespeares Außenseiterdrama neu reflektiert“

„Überhaupt spielt die Inszenierung mit Privatheit und Repräsentanz auf der Bühne. Und so nehmen die Schauspieler Shakespeares „Die ganze Welt ist Bühne“ immer wieder wörtlich, herrlich auch der Chor, der über seine Rolle im venezianischen Theater reflektiert. Und auch der grandiose Wutmonolog von Sahintürks Othello dreht sich um Eigen- und Außenperspektiven, ethnische Stereotypen und latenten Rassismus. Virtuos.“
 

Zitty, Friedhelm Teicke

„Ein starker Othello am Maxim Gorki Theater“

„Clever! Und höchst unterhaltsam, bekanntlich eine nicht häufig anzutreffende Kombination.“

Der Tagesspiegel, Christine Wahl

„Es ist eine große Stärke dieser Inszenierung, dass die verschiedenen, die Handlung motivierenden Antriebe – Machtgelüste, Eifersucht und Fremdenhass – hier ihren Platz nebeneinander haben.“

Märkische Oderzeitung, Boris Kruse

„Es ist ein Stück über die schlimme, bohrende Krankheit Eifersucht – dieses Gerüst legt das Team in dem Othello der Bearbeitung von Soeren Voima mit Lust und Wonne offen…. Spannend!“

„Es ist dies eine mutige Inszenierung, aller Akteure- und dafür wird diese Bühne im Herzen der Stadt geliebt-, dass sie sich trauen. Hinweinwerfen. Aber sie beherrschen auch das wunderbare Sprechen und den soghaften Shakespeare-Rap und man merkt ihnen in allen Rollen und Besetzungen an, dass es eine Lust ist, diesen Windmacher des Welt-Theaters zu befeuern und in die kalte Februar-Wirklichkeit dieser Tage zu tragen.“

BZ-Berlin, Matthias Lukaschewitsch