Hrant Dink gedenken
Hrant Dink (Ge)denken
Hrant Dink (Ge)denken
Hrant Dink (Ge)denken

HRANT DİNK (GE)DENKEN

Ein Abend von und mit Can Dündar aus Anlass des 11. Todestages

++ Ausverkauft ++ Wir streamen die Veranstaltung live ab 19:00 Uhr ++

Vor 11 Jahren, am 19. Januar 2007, wurde der armenische Journalist Hrant Dink vor dem Gebäude seiner Zeitung Agos in Istanbul erschossen. Auch wenn der Mörder gefasst und verurteilt wurde, wurden die Drahtzieher im Staatsapparat bis heute nicht zur Verantwortung gezogen. Das hat Gründe. Hrant Dink setzte sich stets für die Versöhnung zwischen Armenier*innen und Türk*innen ein, thematisierte kompromisslos die Verantwortung der Täter am Genozid damals und forderte unermüdlich die Demokratisierung der Türkei heute. Das Klima, das den Mord an Hrant Dink möglich machte, hat sich inzwischen weiter verschärft. 

»Je mehr Hrant schrieb, desto tiefer grub er sein eigenes Grab«, sagt Can Dündar, ehemaliger Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet, der nicht nur vom Mob auf der Straße, sondern auch vom türkischen Staatspräsidenten höchstpersönlich zur Zielscheibe erklärt wurde und nun im Exil lebt. Can Dündar hatte bei der Gedenkveranstaltung 2017 eine Auswahl von Hrant Dinks Texten zusammengestellt. Dem stehen Vernehmungsprotokolle der Angeklagten im Mordprozess und aktuelle Informationen über den noch laufenden Mordprozess gegenüber.

Eingerichtet von Hakan Savaş Mican und Arsinée Khanjian wird Can Dündar mit Schauspieler*innen des Gorki, Mehmet Ateşçi, Elmira Bahrami und dem Musiker und Komponisten Francois Regis, den Abend gestalten. Den Abschluss bildet um 22 Uhr auch dieses Jahr ein Konzert der 2012 in Paris gegründeten Band Collectif Medz Bazar auf der Bühne, die armenische, kurdische, türkische, arabische und persische Liedtraditionen auf Popelemente prallen lässt. 

Gerahmt wird der Abend zum Gedenken an Hrant Dink durch zwei Filme. In Gülengül Altıntaş’ Doku-Fiction Don’t Get Lost Children wird die Geschichte des armenischen Waisenhauses Kamp Aren in Istanbul / Tuzla erzählt, in dem Hrant Dink aufwuchs und dieses später auch leitete. Dort lernte er seine Frau Rakel Dink kennen, deren »Abschiedsrede« bei Hrant Dinks Trauerfeier in Istanbul im Fokus des Kurzfilms No darkness will make us forget! von Hüseyin Karabey steht.


DANK AN Yetvart Dinzakyan (Agos), Norayr Olgar, Murat Gözoğlu und Zeynep Taşkın (Hrant Dink Stiftung Istanbul), Tûba Çandar, Osman Okkan, Emrah Cilasun, Cumhuriyet Gazetesi, Özgür Ersoy, Vural Keser, Regenbogen Buchhandlung, u.v.a. MITARBEIT Robert F. Kellner (Videoton), Fatih Demir (Fotomotiv Agos) ÜBERSETZUNGEN Mahmut Birsin, Günter Seufert, Waltraud Perfler, Cemal Ener, Tunçay Kulaoğlu QUELLEN Agos, Hrant Dink Stiftung Istanbul, »Hrant«, Tûba Çandar, Everest Yayınları, Istanbul 2010, »Dink Cinayeti ve İstihbarat Yalanları«, Nedim Şener, Destek Yayınevi, Istanbul 2012, »Hrant Dink – Von der Saat der Worte«, Hrsg. Günter Seufert, Verlag Hans Schiller 2015, Anadolu Ajansı, norzartonk.org, bianet.org, vimeo.com, youtube.com.

Eine Produktion des MAXIM GORKI THEATERS in der Spielzeit 2017/2018

Von und mit
Can Dündar

Team

Dramaturgie/Recherche

Konzept/Szenische Einrichtung

Regieassistenz

Ausstattungsassistenz

Kostümassistenz

Übertitel/Übersetzung