DIE ÜBERFLÜSSIGEN
Uraufführung
Premiere am 28. Mai 2010 im Gorki Studio Berlin
Ein Stückauftrag im Rahmen des Projektes Über Leben im Umbruch
Der Mensch definiert sich über Heimat, Zugehörigkeit, über Arbeit, Tätigkeit, Beschäftigung. Stolz zeigt er auf das von ihm Geschaffene. Zwar gibt es meistens einen, der besser ist als er, aber es findet sich auch immer einer, der schlechter ist. Zwischen diesen beiden Polen versucht der Mensch, sein Gleichgewicht der Zufriedenheit herzustellen, seine Möglichkeiten, seinen Ehrgeiz und sein Verhalten den Umständen des Erreichten anzupassen. Das gehört zum Spiel. Zum großen Spiel unserer Gesellschaft. Gewinner und Verlierer teilen sich das Spielfeld. Aber dann gibt es eben noch den Rand des Spielfelds und das, was dahinter liegt. Eine graue, unbestimmte Masse von Spielern, die erst gar nicht ins Spiel gekommen ist, die in einer Nische ein unbeachtetes Dasein fristet, ausgeschlossen ist. Thomas Hobbes bezeichnete diese Gruppe als die Entbehrlichen und beschrieb ihr Leben als armselig, ekelhaft und kurz, meist auch einsam. Aber das stimmt nicht, denn die Überflüssigen werden zahlreicher und sie wissen um ihre Überflüssigkeit:
Denn wer am Spielfeldrand steht, darf zwar nicht mitspielen, kann dafür aber jederzeit vom Spielfeld davonlaufen.
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