DANTONS TOD
Premiere am 16. April 2010 im Maxim Gorki Theater Berlin
Fünf Jahre sind vergangen seit dem Sturm auf die Bastille, der den Beginn der Französischen Revolution markiert. Adel und Klerus sind entmachtet, die gemäßigten revolutionären Gruppen ausgeschaltet, die Grabenkämpfe unter den Jakobinern haben begonnen. George Danton und Maximilien de Robespierre, einst Brüder im Geiste und Väter der Französischen Revolution, sind zu Erzfeinden geworden. Im Zentrum ihrer Auseinandersetzung steht die Frage, welche sozialen und politischen Ziele der Revolution bleiben, wenn die Eliminierung der Gegner abgeschlossen ist. Während Danton sich der Dynamik des Mordens zu verweigern beginnt, opfert Robespierre einem atavististischen Kult immer mehr Menschen auf der Suche nach immer neuen „Feinden der Republik“. Sein Leitbild ist ein Abstraktum: die Tugend, die zugleich die Rechtfertigung für den Schrecken liefert. Diese neue Opferreligion legitimiert die „terreur“ und den „Despotismus der Gewalt“ und bringt ihn in Konflikt mit Danton, der weiß, dass die Revolution ihrer eigenen Logik folgt. Ihrer Entwicklung gegenüber nimmt Danton eine illusionslose Perspektive ein. Seine chronische Handlungsverweigerung ist das Resultat dieses Reflexionsprozesses. Die Folgen sind verhängnisvoll: Weder ist er in der Lage, sein Leben und das seiner Freunde zu retten, noch vermag er das von ihm erkannte Übel aufzuhalten; sein Tod gerät zu einer sinnlosen Geste.
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