Theaterspektakel / Konferenz
Übungen im Überleben. Über die Kunst davonzukommen
Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Heinz Bude (Hamburg/Kassel)
Die postindustrielle Gesellschaft mit ihren Mobilitätsansprüchen, ihren Dienstleistungszumutungen und ihren kleinindustriellen Strukturen bahnt sich unaufhaltsam ihren Weg durch die Traditionen, Gewissheiten und Routinen der fordistischen Wachstumsgesellschaft. Nicht erst seit dem dramatischen Kampf um Opel, um die IKB oder um die griechischen Staatsfinanzen stellen sich darum Fragen nach dem Überleben in der Gesellschaft neu. Alles Statische zerfällt und nur, was dynamisch ist, hat Chancen zu überleben.
Am Beispiel der ehemaligen Industriestadt Wittenberge lassen sich die Umbrüche unserer Gegenwart besonders eindrücklich nachzeichnen: In einer Zeit experimenteller Unübersichtlichkeit tritt an die Stelle erwartbaren Wohlstands die Unsicherheit alltäglichen Überlebens. Was ist so relevant, dass es unter keinen Umständen untergehen darf? Wie sieht das Soziale einer Überlebensgesellschaft aus? Was sind die Ressourcen des Überlebens? Wer findet welchen Weg durch die Zeit?
Das Forum ÜBER LEBEN IM UMBRUCH geht diesen Fragen mit einer wissenschaftlichen Konferenz am Collegium Hungaricum und einem Theaterspektakel am Maxim Gorki Theater Berlin nach. Gemeinsam testen Kunst und Wissenschaft die Bilder und Begriffe, um den sozialen Wandel in Europa zu veranschaulichen.
Heinz Bude, Prof. Dr. Phil. – Soziologe
* 1954 in Wuppertal, Leiter des Arbeitsbereichs „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“ am Hamburger Institut für Sozialforschung, Professor für Makrosoziologie am FB 05 Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel, Forschungsschwerpunkte: Generations-, Exklusions- und Unternehmerforschung. Ausgewählte Veröffentlichungen: „Die Klasse der Überflüssigen“, in: Transit (2009), 37, S. 87-94; „Die Spaltung der Gesellschaft“, in: Zukunft der Arbeit in Europa. Chancen und Risiken neuer Beschäftigungsverhältnisse, hg. v. Helmut König u. a., Bielefeld 2009, S. 167-182; Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft, München 2008; Die ironische Nation. Soziologie als Zeitdiagnose, Hamburg 1999.
Gefördert von der Initiative „Geisteswissenschaften im gesellschaftlichen Dialog“ des BMBF
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